Sie sind hier: Startseite / Positionen / Arbeitszeiterfassung

Arbeitszeiterfassung

Bei der Arbeitszeitgestaltung mit der Zeit gehen

Die Stechuhr passt nicht mehr in die moderne Arbeitswelt. Arbeitgeber Banken hat sich deshalb erfolgreich für eine Revision der Bestimmungen über die Arbeitszeiterfassung eingesetzt. Dank der Vereinbarung der Sozialpartner der Bankbranche können die Banken in der Schweiz in Zukunft auf die Zeiterfassung für gewisse Kategorien von Mitarbeitenden verzichten.

Das schweizerische Arbeitsrecht sieht eine sehr strenge Pflicht zur minutengenauen Erfassung der Arbeitszeit vor. In weiten Teilen der Wirtschaft und namentlich in der Bank- und Finanzbranche haben sich in den letzten Jahrzehnten aber Arbeitsformen entwickelt, die auf der eigenverantwortlichen Zielerreichung beruhen. Das „Stempeln“ entspricht längst nicht mehr dieser von Vertrauen geprägten Arbeitskultur.

Arbeitgeber Banken hat sich seit Jahren für eine Revision der nicht mehr zeitgemässen Vorschriften über die Zeiterfassung eingesetzt. Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und den Sozialpartnern der Bankbranche hat Arbeitgeber Banken 2009 den Pilotversuch in der Bankbranche lanciert. Dieser lieferte wichtige Hinweise für eine pragmatische Handhabung der Zeiterfassung.

Anfang 2015 hat der Bundesrat einen Revisionsvorschlag präsentiert, der den Verzicht auf die Zeiterfassung für Angestellte mit Zeitautonomie und einem Jahreseinkommen von mehr als 120‘000 Franken pro Jahr vorsieht. Arbeitgeber Banken hat diese pragmatische Lösung unterstützt und gemeinsam mit seinen Sozialpartnern die zur Umsetzung erforderliche sozialpartnerschaftliche Vereinbarung verhandelt. Neu profitieren die Mitglieder von Arbeitgeber Banken von den Erleichterungen.

Neue Arbeitszeiterfassung zeigt Wirkung

ARBEITSZEITERFASSUNG - 23.4.2016 - IM FOKUS

Die seit Anfang 2016 geltenden Erleichterungen bei der Arbeitszeiterfassung bringen einen ersten Entbürokratisierungsschub. Die Bankbranche zeigt, wie die neuen Vorschriften einfach und pragmatisch umgesetzt werden können.

Eine repräsentative Umfrage der Personalverantwortlichen der Banken in der Schweiz im Rahmen des Arbeitgeber Banken Monitor 2015 hat gezeigt: Neben Fachkräftemangel, Kostendruck und wachsender Spezialisierung nennen die Banken als grösste Herausforderung in ihrer Rolle als Arbeitgeber die zunehmende Regulierungsdichte. Die laufend steigende Zahl von Vorschriften und die damit einhergehende Planungsunsicherheit belasten den Schweizer Banken- und Finanzplatz, wobei insbesondere die Angst vor Verschärfungen bei der Arbeitszeiterfassung genannt wurden (S. 43).

Im Januar 2016 veröffentlichte Professor Michael Beckmann von der Universität Basel wissenschaftliche Studien zur Vertrauensarbeitszeit auf dem renommierten „IZA World of Labor“-Netzwerk, einer weltweiten Wissenschaftsplattform für Arbeitsökonomie. Er und sein Team wiesen erstmals nach: Eine hohe Arbeitszeitautonomie verbessert sowohl die persönliche Leistung von Angestellten wie auch die unternehmerische Performance – gleichzeitig lassen sich grundsätzlich keine negativen Auswirkungen hinsichtlich Überlastung und Erschöpfung feststellen. Damit wird die zentrale These für die Notwendigkeit der Zeiterfassung in Frage gestellt: Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung und gesundheitlichen Belastungen lässt sich nicht herstellen.

Vertrauen löst die Stechuhr ab

Diese Erkenntnisse decken sich auch mit den Erfahrungen der Mitgliedfirmen von Arbeitgeber Banken: Die Stechuhr passt nicht in die moderne Arbeitswelt und fördert weder Motivation noch Eigeninitiative. Längst hat in weiten Teilen der Wirtschaft deshalb eine vom Vertrauen geprägte Arbeitskultur das „Stempeln“ abgelöst und das unternehmerische Denken und eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeitenden gestärkt. Ungeachtet dessen sieht das schweizerische Arbeitsrecht nach wie vor eine sehr strenge Pflicht zur minutengenauen Erfassung der Arbeitszeit vor – und dies nicht erst seit Beginn dieses Jahres, wie mancherorts fälschlicherweise zu lesen war.

Neu ist, dass der Bundesrat per 1. Januar 2016 eine Verordnung zur Arbeitszeiterfassung in Kraft gesetzt, welche verschiedene Erleichterungen für Unternehmen vorsieht. Konkret besteht für die einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Betrieben die Möglichkeit des Verzichts auf die Zeiterfassung für Angestellte mit hoher Zeitautonomie (min. 50%) und einem Jahreseinkommen von mehr als 120‘000 Franken pro Jahr. Zugleich können Mitarbeitende, die ihre Arbeitszeiten zu einem namhaften Teil selber festsetzen (mind. 25% frei bestimmbar), diese neu vereinfacht erfassen, z.B. also das Tagestotal. Hierfür ist kein GAV erforderlich, jedoch eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung (bei weniger als 50 Mitarbeitenden reichen auch individuelle Vereinbarungen).

Lösung für Bank- und Finanzunternehmen

Die Sozialpartner der Bankbranche haben die bundesrätliche Lösung grundsätzlich begrüsst und bereits im vergangenen Juni darauf basierend eine eigene Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung (VAZ) geschlossen. Die VAZ ist – als Anhang des Gesamtarbeitsvertrags der Bank- und Finanzbrache, der VAB (Vereinbarung über die Arbeitsbedingungen der Bankangestellten) – ebenfalls Anfang 2016 in Kraft getreten. Neben der Verzichtsmöglichkeit auf die Arbeitszeiterfassung für Angestellte mit einem Jahreseinkommen ab 120'000 Franken (exkl. variable Lohnbestandteile) und mit grosser Zeitautonomie regelt die Vereinbarung auch die erleichterte Arbeitszeiterfassung für weitere Angestellte, die ihre Arbeitszeiten in einem beschränkten Umfang ebenfalls selber festsetzen können.

Die VAZ enthält zudem verschiedene – von den neuen Verordnungsbestimmungen vorgeschriebene – Informations- und Präventionsmassnahmen zum Gesundheitsschutz, die sowohl Angestellte wie auch Vorgesetzte betreffen. Dazu gehören ein Faktenblatt, das an die Mitarbeitenden abgegeben wird sowie eine Website mit Informationen zum Gesundheitsschutz (ab Frühling 2016) sowie ein anonymisierter Fragebogen zu psychosozialen Stressfaktoren. Die Arbeiten dazu laufen unter Einbezug eines unabhängigen Gesundheitsexperten sowie der verschiedenen Banken. Eine paritätische Kommission, welche sich bereits konstituiert hat, überwacht die Massnahmen zum Gesundheitsschutz sowie die weitere Umsetzung der Vereinbarung.

Vereinbarung auch ohne „kompletten“ GAV

Mit der VAZ zeigen die Sozialpartner der Bankbranche: Eine von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite getragene, pragmatische und den Eigenheiten der Branche entsprechende Lösung zur zeitgemässen Arbeitszeiterfassung ist möglich. Die VAZ gilt für VAB-unterstellte Bank- und Finanzdienstleistungsunternehmen automatisch. Firmen können die VAZ aber auch ohne eine Unterstellung unter die VAB für sich geltend machen, wobei eine Mitgliedschaft bei Arbeitgeber Banken erforderlich bleibt.

Die vom Bundesrat per 2016 erlassenen Massnahmen zur Arbeitszeiterfassung sind weit davon entfernt, den entscheidenden Schub zur Entbürokratisierung im Arbeitsrecht zu leisten, den die Wirtschaft erwartet. Arbeitgeber Banken sieht die Verordnungsrevision denn auch als ersten Schritt, der für viele Branchen und Betriebe eine pragmatische und rasch umsetzbare Zwischenlösung bringt. In einem zweiten Schritt begrüsst Arbeitgeber Banken Vorstösse auf Gesetzesebene, die auf eine Modernisierung und Vereinfachung des Arbeitsgesetzes abzielen.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

«Arbeitszeiterfassung - Silberstreifen oder mehr?»

ARBEITSZEITERFASSUNG - 22.1.2016 - IN DEN MEDIEN 

Der Schweizerische Bankpersonalverband, der Kaufmännische Verband Schweiz und Arbeitgeber Banken haben sich auf einen Kompromiss in der Arbeitszeiterfassung geeinigt (siehe SB 12/2015). «Es handelt sich um einen wichtigen, wenn auch längst überfälligen Schritt», kommentierte Barend Fruithof, Präsident von Arbeitgeber Banken, dem Arbeitgeberverband der Banken. (...)

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Januar 2016 der «Schweizer Bank»; für die komplette Version klicken Sie bitte auf den untenstehenden Link.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung tritt per 1. Januar 2016 in Kraft

ARBEITSZEITERFASSUNG - 31.12.2015 - IM FOKUS

Mit der Revision der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz werden Erleichterungen bei der Arbeitszeiterfassung per 1. Januar 2016 eingeführt. Arbeitgeber Banken hat vor diesem Hintergrund die Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung (VAZ) verhandelt, welche ebenfalls am 1.1.2016 in Kraft tritt.

Neu können Mitarbeitende mit einem Jahreseinkommen von mehr als 120‘000 Franken auf die Arbeitszeiterfassung verzichten, sofern sie über eine grosse Autonomie bei ihrer Arbeit verfügen. Der Verzicht auf die Zeiterfassung ist aber nur in Unternehmen zulässig, die einem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen. Arbeitgeber Banken hat deshalb die Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung (VAZ) verhandelt, die am 1.1.2016 in Kraft treten wird.

Die neuen Verordnungsbestimmungen sehen auch Erleichterungen für Mitarbeitende vor, die weniger als 120‘000 Franken verdienen, aber dennoch über eine gewisse Autonomie verfügen. Sie können sich auf eine vereinfachte Zeiterfassung beschränken, die nur das Tagestotal der Arbeitszeit umfasst. Die Umsetzung dieser Erleichterung kann in einer Vereinbarung mit der Arbeitnehmervertretung vereinbart werden. Arbeitgeber Banken hat sie aber ebenfalls im Rahmen der VAZ verhandelt. Banken, die der VAZ unterstehen, können die vereinfachte Erfassung also ohne weitere Vereinbarung mit der Arbeitnehmervertretung umsetzen.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

Bankbranche schliesst Vereinbarung zur Arbeitszeiterfassung ab

Arbeitszeiterfassung - 05.06.2015 - Medienmitteilungen

Basierend auf dem Verordnungsentwurf des Bundesrats zur Arbeitszeiterfassung haben die Sozialpartner der Bankbranche diese Woche eine Vereinbarung getroffen. Diese legt die Bedingungen eines Verzichts auf die Arbeitszeiterfassung für gewisse Mitarbeitende fest. Verschiedene Massnahmen des Gesundheitsschutzes begleiten die Übereinkunft der Bankbranche.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

Arbeitgeber Banken unterstützt Verordnungsrevision des Bundesrats

ARBEITSZEITERFASSUNG - 05.05.2015 - STANDPUNKTE

Seit rund 10 Jahren werden zwischen den Sozialpartnern sowie dem Staatssekretariat für Wirtschaft Seco Gespräche und Verhandlungen über die Regelung der Arbeitszeiterfassung geführt. Mit der Verordnungsrevision des Bundesrats münden diese Bemühungen nun in eine rasch umsetzbare und pragmatische Lösung, welche von Arbeitgeber Banken unterstützt wird.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

AGV Banken begrüsst Durchbruch bei der Arbeitszeiterfassung

Arbeitszeiterfassung - 23.02.2015 - Medienmitteilungen

Mit dem Kompromissvorschlag von Bundesrat Schneider-Ammann finden die seit Jahren andauernden Diskussionen über die Arbeitszeiterfassung ein Ende. Der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung für gewisse Mitarbeitende trägt der Entwicklung der Arbeitswelt namentlich in der Dienstleistungsbranche Rechnung

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail

Sozialpartner der Bankbranche: Einigung über Erhöhung des Mindestlohnes und Handhabung der Arbeitszeiterfassung

ArbeitszEiterfassung - 19.09.2014 - Medienmitteilungen

Die Sozialpartner der Bankbranche haben sich auf eine Erhöhung des Mindestlohnes auf 52‘000.-- resp. auf 56‘000.-- für Mitarbeitende mit einer abgeschlossenen Berufslehre geeinigt. Zudem sind die Sozialpartner bereit für die Regelung der Arbeitszeiterfassung im Rahmen einer sozialpartnerschaftlichen Vereinbarung. Diese sieht die Möglichkeit eines Verzichts auf die Arbeitszeiterfassung für Mitarbeitende, die über Zeitsouveränität und ein Basissalär von mehr als 132‘000 (exkl. Boni) verfügen.

Share on Facebook Share on Twitter Share via E-Mail